Staumauer Emosson
Die Staumauer Emosson wurde zwischen 1967 und 1973 erbaut. Der erste Vollstau erfolgt 1974. Bereits 2 Jahre zuvor begannen die ersten periodischen Kontrollmessungen, um die Deformationen der Mauer und Widerlager zu überwachen.
Damit das Verhalten der Bogenmauer überprüft und die Sicherheit jederzeit gewährleistet werden kann, wurde ein umfangreiches Messsystem eingerichtet. Der geodätische Teil der Überwachungsanlage besteht aus einem Aussennetz mit Pfeilern und Beobachtungspunkten und einem Innennetz auf Konsolen in den Kontrollgängen und Stollen. Die beiden Netze werden über gemeinsame Punkte und Auflotungen verbunden. Die Messungen erfolgen mit Präzisionstachymetern, Präzisionsnivellieren und GPS-Geräten der neuesten Generation. In den Stollen werden die elektronischen Distanzmessungen durch hochgenaue Invardrahtmessungen gestützt.
Die geodätischen Überwachungsmessungen, die anfangs jährlich, später dann alle 2 bis 3 Jahre durchgeführt wurden, geschehen heute im Fünfjahresrhythmus durch messen von Winkeln, Distanzen und Höhendifferenzen. Als Referenzpunkte dienen gut verankerte und hochgenau bestimmte Festpunkte, deren Stabilität wir über Rückversicherungen kontrollieren. Die geodätischen Netze sind mehrfach überbestimmt und ermöglichen bei der Auswertung Bewegungen der Staumauer von Messfehlern zu unterscheiden. Die Genauigkeit der Punktbestimmung liegt bei etwa 1mm oder besser.
Eckdaten der geodätischen Überwachung
- Durchführung der periodischen Kontrollmessungen durch Trigonet AG seit 1972, insgesamt 25 Kontrollmessungen
- Aussennetz mit 12 Pfeilern, 4 mobilen Metallstativen, rund 40 Mauer- und Felspunkten, 5 „rückwärigen“, mit Sockeln versicherten GPS-Punkten
- Innennetze mit 5 Kontrollgängen auf verschiedenen Niveaus, 2 Sondier- und 1 Drainagestollen, rund 150 versicherte Punkte
- Aktueller Messrhythmus von 5 Jahren für Vollstaumessungen
Leistungen der Trigonet AG
- Triangulation des Aussennetzes mit Präzisionstachymeter
- Polygonierung in den Kontrollgängen und Stollen mittels Tachymetrie und z.T. Invardahtmessung, Auflotungen für die Verbindungen von innen nach aussen, Anschlüssen an Pendelmessungen
- Präzisionsnivellements auf der Krone und Widerlagern sowie in den Kontrollgängen und Stollen
- GPS-Messungen für die grossräumige Überwachung
- Präzisionsdistanzmessungen bei Spalten und Klüften
- Berechnungen, Visualisierungen, Beurteilungen und Berichterstattung


